Von der Hypnose kursieren - trotz umfassender Aufklärung und der fortschreitenden Etablierung der Hypnotherapie in der therapeutischen und medizinischen Welt - leider auch heute noch immer wieder falsche Vorstellungen.
Eines der größten Missverständnisse in Sachen Hypnose ist die Vorstellung davon, wie eine hypnotische Trance auszusehen hat, wie sie sich anfühlt und was sie alles beinhalten muss, um eine Hypnoseanwendung wirksam werden zu lassen.
Viele Menschen stellen sich die hypnotische Trance so vor, dass man dabei "abgeschaltet" ist, dass man nichts mehr mitbekommt, sich im Nachhinein an nichts mehr erinnert und dass man anschließend "roboterartig" das ausführt, was der Hypnotiseur einem "befohlen" hat. Diese Klischee-Vorstellung wird genährt von unzähligen Show-Hypnose-Demonstrationen live oder in Film und Fernsehen.
Diese Vorstellung von Hypnose deckt aber nur einen Bruchteil des Spektrums ab und hat mit der Hypnose für die therapeutische Arbeit im Allgemeinen wenig bis nichts zu tun.
Die Techniken, die Show-Hypnotiseure verwenden sind jedoch nicht gestellt und es werden in der Regel auch keine eingeweihten Statisten verwendet. Man kann Menschen so tief in Trance bringen, dass solche Demonstrationen möglich werden.
Wer einmal live eine Hypnose-Show genau beobachtet, wird feststellen, dass der Hypnotiseur die Probanden sehr sorgfältig auswählt. In der Regel bittet er zu Anfang eine größere Gruppe von Zuschauern auf die Bühne, die mit der Zeit immer kleiner wird, denn der Show-Hypnotiseur filtert die ungeeigneten Kandidaten heraus und schickt sie höflich von der Bühne.
Durch ein ausgeklügeltes System aus immer anspruchsvolleren hypnotischen Aufgaben gelingt es ihm, die für die typischen
Show-Hypnose-Späßchen geeigneten 20-30% der Menschen zu selektieren und schlussendlich im Hauptteil der Show nur noch diese Kandidaten auf der Bühne zu behalten.
Die restlichen 70-80% gehen nicht tief genug in Trance, dass man solche "Spielchen" mit ihnen machen könnte. Das liegt aber nicht am Hypnotiseur und seinen Fähigkeiten, sondern einfach an der Veranlagung, die diese Menschen mitbringen. Hypnose-Forschungen aus den USA besagen, dass die Hypnotisierbarkeit in Bezug auf bestimmte Trancearten wie die, die in der Showhypnose Verwendung findet genetisch veranlagt ist. Ein Mensch hat diese Hypnotisierbarkeit also oder er hat sie nicht.
Heißt das nun, dass nur 20-30% der Menschen überhaupt für die Hypnose geeignet sind???
Nein, zum Glück ist das nicht der Fall, denn so tiefe bewusstseinsmanipulierende Trancen wie in der Showhypnose sind überhaupt nicht nötig, um die Hypnose im therapeutischen Rahmen wirksam werden zu lassen. Eine tiefe Trance ist keine Voraussetzung für den Erfolg einer therapeutischen Hypnose.
Schon eine leichte Trance, in der der Klient kaum bemerkt, dass er sich in einem hypnotischen Zustand befindet, genügt, um tiefgreifende
Veränderungsprozesse anzustoßen. Manchmal ist es sogar Voraussetzung für eine erfolgreiche Behandlung, dass der Klient nicht zu tief in Trance ist, denn es gibt eine Vielzahl von
Anwendungen, bei denen die Suggestionen des Hypnotiseurs sowohl sein Unterbewusstsein als auch sein Bewusstsein erreichen sollen. Ist das Bewusstsein bei
diesen Anwendungen zu sehr "abgeschaltet", laufen Teile der Suggestionen ins Leere und erreichen die Regionen nicht, in denen sie tatsächlich wirken sollen.
Hypnose und Trance-Tiefe sind also sehr sensible Faktoren, die sich von Anwendung zu Anwendung und von Klient zu Klient stark unterscheiden können.
Es ist deshalb empfehlenswert, sich einmal für eine neue Vielfalt des Tranceerlebens zu öffnen, die auch leichte, sanfte Bewusstseinszustände beinhalten kann, die nicht dem klassischen Bild der Showhypnose entsprechen, aber dennoch äußerst wirksam und tiefgreifend sind.
Quelle: http://www.hypnoseausbildung-seminar.de/hypnoseinfo/hypnoseartikel/hypnosetrance/
Bitte scheuen Sie sich nicht und rufen Sie mich jederzeit gerne an, falls Sie weiterführende Fragen haben oder einen Termin für ein kostenfreies Erstgespräch vereinbaren möchten!
